Ein Interview mit Steffen Böttcher

Puh. Lang ist es her, die Sache mit den Interviews. Warum, weiß ich selbst nicht. Keine Muse und so. Doch heute gibt es wieder ein tolles Interview und zwar mit Steffen Böttcher. Steffen bloggt übrigens sehr unterhaltsam auf stilpir.at.
Aber nun zum Interview…


Hallo Steffen, kannst du dich den Lesern bitte kurz vorstellen?

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Steffen Böttcher, 39 Jahre alt, Fotograf, Grafik- und Webdesigner, Verheiratet, 2 Kinder. Seit 5 Jahren glücklicher Stadtflüchtling.

Erzähl doch mal, wie hast du die Fotografie für dich entdeckt?

Entdeckt weniger. Mein Vater ist Fotograf, es war eigentlich nie die Frage ob ich mich dafür interessiere, sondern nur wann…

Du arbeitest sicherlich mit vielen Kameras, doch welche 2 benutzt du am häufigsten?

Ich hab eigentlich 3 Lieblingskameras ;-)
Meine große Liebe: Hasselblad 500 c/m (analog, Mittelformat)
Immer dabei: Voigtländer Bessamatic CS (analog, Kleinbild)
Jobs und Clubnächte: Nikon D90 (digital, Chip)

Wobei Platz 1 und 2 einmal pro Woche wechseln…

Wie muss man sich deinen Arbeitsplatz vorstellen?

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Ich arbeite glücklicherweise von zu Hause aus. Hier habe ich einen recht großen Wintergarten in Beschlag genommen, schön hell mit Blick ins Grüne…
Als Ordnungslegasteniker mag ich alles schön chaotisch übereinander geschichtet, immer griffbereit! Wenn ich dann doch mal aufräume, finde ich nichts mehr! Schlimm ist das!

Meiner Meinung nach erlebt die analoge Fotografie gerade eine Art Wiedergeburt. Ist es inzwischen Kult analog zu Fotografien oder wie siehst du das Ganze?

Da gibt es sicherlich ganz unterschiedliche Betrachtungsweisen. Kult trifft es bei mir nicht ganz. Ich setze die analoge Fotografie bewusst ein, um eine bestimmte Bildsprache zu erreichen. Hier experimentiere ich vor allem mit Materialien, die ich auf digitalem Weg nicht reproduzieren könnte. Ich liebe Filme wie den Redbird oder den Crossbird. Sie liefern bewusst Falschfarben und sind super empfindlich gegenüber Staub, Kratzern und Wassertröpfchen. Wenn Du diese überaus “analogen” Eigenschaften bewusst als Stilmittel einsetzt, bekommst Du irre Ergebnisse. Auch der Polaroid wird in Zukunft noch viel von sich reden machen. Da steckt noch eine Menge experimentelles Potential drin!

Erlaubst du uns einen Blick hinter die Kamera?

Klar! ;-P – bei mir müsstest Du allerdings von oben reinschauen – durch den Lichtschacht…

Anhand deiner Fotos erkennt man, dass du dich stark auf die Portrait- und Landschaftsfotografie spezialisierst.
Gibt es spezielle Gründe dafür?

Landschaft hält still, kostet nichts und nervt nicht rum! ;-) Nein im ernst: Ich porträtiere genau so gern Landschaft als auch Personen. Meine Porträts von Personen stelle ich nur nicht so oft ins Netz… aus diversen Gründen…
Ich mag Porträts sogar noch mehr als Stills. Du kannst mit ihnen Momente festhalten, die das menschliche Auge oft nicht sieht, vor allem im schwarz/weiss Bereich.

Du bist auf einem Trödelmarkt und suchst eine alte Kamera. Welche würdest du auswählen und warum?

Mit Sicherheit die NIKON SP – die ist mir nämlich bereits einmal durch die Lappen gegangen… (Siehe: http://stilpir.at/honk/)

Du hattest ja schon Personen wie Verona Pooth, Tobias Regner oder Diana Amft vor der Linse. Ist man da nicht total nervös und angespannt durch die hohen Anforderungen oder wie steckst du das weg?

Bei Shootings dieser Art bin ich so was von vorbereitet und habe für jede mögliche Situation einen Plan B und C im Kopf. Wochen vorher hat man genaue Mood-Boards gestaltet und gemeinsam mit dem Kunden abgesprochen, Licht-Doubles, ausreichend Catering und gut gelaunte Stylisten gebucht, die am Set für eine angenehme Atmosphäre sorgen. In der Maske ist außerdem immer genug Zeit um die letzten Feinheiten abzuklären. Nervosität oder Lampenfieber kenne ich eigentlich nicht, ich vertraue mir…

Auch du bist auf den Geschmack der analogen Fotografie gekommen. Was genau reizt dich daran?

<Klugscheissermodus> Durch analoge Fotografie lernst Du erst richtig fotografieren! Da jedes Bild Geld kostet und nicht sofort sichtbar ist, beschäftigst Du Dich intensiver mit dem Motiv und überlegst genau welche Einstellungen dich am besten zum Ziel bringen </klugscheissermodus>

Wie verbringst du deine Zeit, wenn die Kamera mal nicht in der Hand ist?

Mit meiner Familie! Das ist ebenfalls ein sehr zeitaufwendiges und teures Hobby! ;-)

Die letzte Frage kannst du gestalten wie du willst. Du kannst dich bei jemanden bedanken, ein Lieblingsfoto zeigen, dem nächsten Interviewpartner eine frage stellen…sei einfach kreativ.

Das ist gut! Ich möchte mich bei allen bedanken die mich im nächsten Jahr als Fotografen buchen werden und kann Euch versichern, daß mein Honorar 1:1 in die Nikon D3s fliesst!

Das sind momentan meine Lieblingsfotos:

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An dieser Stelle noch ein Dankeschön an Steffen für das Interview und alles gute für die Zukunft.

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2 Antworten zu “Ein Interview mit Steffen Böttcher”

  1. Denny sagt:

    Tolles Interview und tolle Bilder :)

  2. [...] Interviews gegeben: In der Kopfquetsche bei Kopfbunt, Freibeuter der Fotografie bei Spürsinn und Slecnep . Ich war auf dem Barcamp HH, hab dort nette Menschen kennengelernt und viel gelernt. Ein Highlight [...]

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